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Deutschlandweit mobil – auch in ländlichen Regionen !?

Wie komme ich ohne Auto zum nächstgelegenen Facharzt, wenn der Bus nur noch zweimal am Tag fährt? Diese Frage stellt sich zunehmend in manchen ländlichen Regionen. Dort rechnen sich Bahnen und Busse häufig nur noch dann, wenn ausreichend Schülerinnen und Schüler täglich auf der gleichen Strecke unterwegs sind. Die Wolmirstedter Bundestagsabgeordnete Waltraud Wolff stellt fest: „Leider wandern viele junge Leute zum Arbeiten oder zum Studieren in die Stadt ab und gründen dort ihre Familien. Durch die Landflucht junger Leute sterben manche Dörfer langsam aus. Wer kein eigenes Auto hat, kommt dann nicht mehr weg.“

Die Projektgruppe „#NeuerZusammenhalt – Gleichwertige Lebensverhältnisse in Deutschland“ der SPD-Bundestagsfraktion hat Ende Januar ihr erstes Dialogpapier vorgelegt: „Deutschlandweit mobil – auch in ländlichen Regionen“. Bis Ende Februar werden Anregungen, Ideen und Vorschläge gesammelt.

Das zur Diskussion stehende Papier skizziert unterschiedliche Varianten, wie Mobilität auch dort gewährleistet werden kann, wo nur noch wenige Menschen mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sind. „Wir haben uns damit beschäftigt, wie man private Mitnahmen in den öffentlichen Personennahverkehr integrieren kann. Bislang ist das leider eine rechtliche Grauzone,“ erläutert Waltraud Wolff. Eine andere Möglichkeit ist, dass der regionale Verkehrsverbund statt eines Busses (samt Fahrer) ein Auto zur Verfügung stellt, das jeder, der sich vorher registriert hat, gegen eine Gebühr nutzen kann. Die Projektgruppe hat festgestellt, dass es in Deutschland weitere flexible und sehr unterschiedliche Ideen und bereits auch Lösungen gibt, damit die Menschen auch auf dem Land ohne eigenes Auto mobil bleiben. Zum Beispiel gibt es in der Uckermark den Kombi-Bus. Dort nehmen Linienbusse regionale Produkte zum nächsten Verkehrsknotenpunkt mit. So kommt beispielsweise der frische Käse aus der Region noch am selben Tag in die Kühlregale der Berliner Geschäfte. „Jetzt rufe ich die Bürgerinnen und Bürger hierzulande auf, auch ihre Ideen und Vorschläge einzubringen und uns mitzuteilen, wo wir auf Bundesebene gute Lösungen vor Ort unterstützen können.“ so Waltraud Wolff.